TU Dresden eröffnet Quantenlabor und Holodeck für Zukunftstechnologien

Die Technische Universität Dresden (TUD) hat am 18. Mai 2026 zwei neue Forschungslabore eröffnet: das „Quantum Communication, Computing, and Sensing Lab" und das sogenannte Holodeck. Gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Freistaat Sachsen, sollen beide Einrichtungen den Standort Dresden als Zentrum für Quantentechnologie und Mensch-Maschine-Interaktion stärken.

Gleich zwei Labore auf einmal — das ist selbst für eine Exzellenzuniversität keine Selbstverständlichkeit. Die TUD eröffnete das Quantenlabor und das Holodeck gemeinsam, gefördert von Bund, Freistaat Sachsen und der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Zur Eröffnung erschienen TUD-Rektorin Ursula M. Staudinger, Martin Kiefer vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr sowie Alexander Keller von NVIDIA.

Worum geht es konkret?

Das Quantum Communication, Computing, and Sensing Lab — kurz: das TU-Dresden-Quantenlabor — vereint drei Bereiche unter einem Dach: Quantenkommunikation, Quantencomputing und Quantensensorik. Das Ziel ist, diese Disziplinen nicht getrennt zu erforschen, sondern zusammenzuführen. Junior-Professor Riccardo Bassoli erklärt den Ansatz so: „Wir wollen integrierte Systeme schaffen, in denen Kommunikation, Rechnen und Sensorik zusammenwirken, um echte kommerzielle Anwendungen zu ermöglichen.“ Konkret denken die Forscher dabei an Netzwerke der sechsten Generation (6G) — also die Mobilfunkinfrastruktur, die nach dem heutigen 5G-Standard kommen soll.

Ein Schwerpunkt liegt auf verschränkungsbasierter Kommunikation und neuartigen Codierungsstrategien, die über bisherige Sicherheits- und Übertragungsstandards hinausgehen. Die TUD baut dabei auf Ergebnisse auf, die ihre Forschungsgruppen im internationalen Vergleich bereits an die Spitze gebracht haben. Professor Frank Fitzek, Inhaber der Deutschen Telekom Professur für Kommunikationsnetze und Sprecher des Exzellenzclusters CeTI, begleitete die Eröffnung des Quantenlabors.

Das zweite neue Labor, das Holodeck, funktioniert anders als eine herkömmliche Virtual-Reality-Umgebung: Der vollständig LED-basierte Raum erzeugt immersive Echtzeit-Visualisierungen — ohne VR-Brillen. Mehrere Personen können gleichzeitig in der digitalen Umgebung interagieren. Das ermöglicht zum Beispiel die Analyse sozialer Dynamiken in kontrollierten Szenarien. Die technologische Umsetzung des Holodecks erfolgte in Zusammenarbeit mit NVIDIA und den Partnerprojekten Transfer-Hub6G-life, QUARKS und dem Exzellenzcluster CeTI.

Bedeutung für den Standort Dresden

Beide Einrichtungen stärken Dresdens Position im deutschlandweiten Wettbewerb um Forschungsinfrastruktur. Die TU Dresden gehört mit dem Exzellenzcluster CeTI zu den führenden Adressen für Kommunikationsforschung — das TU-Dresden-Quantenlabor baut diese Stellung gezielt aus. Für die Dresdner Technologiebranche, in der Halbleiterunternehmen wie Globalfoundries und Infineon ansässig sind, können praxisnahe Ergebnisse aus beiden Laboren mittelfristig relevant werden: Quantensicherheit in Netzwerken und neue Mensch-Maschine-Schnittstellen sind Themen, die die Industrie in Dresden direkt betreffen.

Ursula M. Staudinger, Rektorin der TUD, betonte bei der Eröffnung die strategische Ausrichtung beider Labore auf kommerzielle Anwendbarkeit — ein Signal, das über die reine Grundlagenforschung hinausgeht.

Quelle: TU Dresden Newsportal

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